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Die Mimbacher Chronik
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Das 19. Jahrhundert PDF Drucken E-Mail

1801

Der Frieden von Luneville bringt Frankreich die völkerrechtliche Anerkennung seiner linksrheinischen Eroberungen.

 

 

1802

wird die französische Verfassung ohne Einschränkung für die Gebiete links des Rheines gültig. Adel und Kirche verlieren alle Vorrechte, Fronden und Zehnt-leistungen werden abgeschafft, der adlige und kirchliche Großgrundbesitz wird aufgeteilt, die Realerbteilung eingeführt. Die Gewerbefreiheit löst den Zunftzwang ab. Code civil und Code pénal sind Grundlage der Rechtspflege, Verwaltung und Justiz werden streng getrennt.

Standesämter mit Standesregistern werden errichtet. Die Ziviltrauung wird bindend. Die Mimbacher Kirchenbücher werden zur Kantonalsverwaltung in Medelsheim verbracht. Französisch ist nun die Amtssprache. Die wehrfähigen Männer dienen von nun an im französischen Heer, kämpfen und fallen auf den Schlachtfeldern Europas, wie Daniel Schwarz in Alexandria.

 

 

 

Mimbach hat um diese Zeit 436 Einwohner, davon 7 Katholiken, 22 Lutheraner, 398 Reformierte und auf dem Freishauserhof 9 Mennoniten. Eine Sonderbehandlung erfahren die Güter der reformierten Kirchengemeinden, auch die Güter der Kirchenschaffnei Zweibrücken, soweit sie im Oberamt Zweibrücken und den vier Konsistorien Zweibrücken, Mimbach, Homburg und Saarbrücken liegen. Mimbach ist von 1806 bis 1820 Konsistorialkirche. Zum Konsistorium Mimbach gehören die Pfarreien Mimbach, Contwig, Walsheim, Hornbach, Mittelbach und Rieschweiler.

Die geistlichen Güter werden durch die vier vorgenannten Konsistorien gemeinschaftlich verwaltet, wobei jedes Konsistorium zwei Mitglieder in das Verwaltungsgremiun entsendet. Diese Regelung erfährt 1806 die ausdrückliche Billigung Napoleons und garantiert den Eigentumsbestand der Kirchenschaffnei Zweibrücken. Nach dem Anschluß an Bayern wird die Eigenverwaltung 1816 in etwas anderer Form modifiziert, die Pfarrer von Mimbach und Hornbach gehören neben den Pfarrern von Zweibrücken und Ernstweiler und dem Rektor des Zweibrücker Gymna-siums dem Verwaltungsrat an. Das ist bis heute so geblieben.

 

 

Dr. theol. Philipp David Müller , Pfarrer und Inspektor in Mimbach II, Sohn des damaligen Mimbacher Pfarrers J. A. Müller, ist Mitglied der reformierten Kirchen- und Schulkommission (1802), die für alle kirchen- und schulorganisa-torischen Fragen zuständig ist. Später wird er einer der führenden Köpfe der Unionsbestrebungen der reformierten und lutherischen Konfessionen, die sich schließlich nach jahrhundertelangen Spannungen 1818 zur „Vereinigten Protestanisch Evangelisch Christlichen Kirche der Pfalz“ zusammenschließen. Mimbach hat damals zwei Pfarrstellen, Mimbach I und Mimbach II, die neben den Gemeinden Mimbach und Webenheim noch weitere Pfarrbezirke in der Umgebung betreuen.

 

 

1806

Bayern wird Königreich. Max Joseph, der Bruder des inzwischen verstorbenen Herzogs Karl August II. von Zweibrücken , wird der erste bayrische König.

 

 

1813

Die Gemeinden Webenheim-Mimbach, Wattweiler und Breitfurt erwerben gemeinsam eine Feuerspritze, die in der Kirche zu Mimbach abgestellt wird.

 

 

1814

Nach der Niederlage Napoleons und seiner Verbannung nach Elba werden die Gebiete des ehemaligen Herzogtums Zweibrücken einer österreichisch-bay-rischen Verwaltung unterstellt.

 

 

1816

Im Vertrag von München wird das Land an der Blies Teil des Königlich bairischen Gebiets auf dem linken Rheinufer, dem spätereren Rheinkreis und schließlich ab 1837 der Pfalz.

 

 

1818

Die bayrische Verfassung gibt den neuen Territorien gegenüber den bayrischen Stammlanden einen juristischen Sonderstatus, indem sie die sogenannten Französischen Institutionen zunächst einfach übernimmt. Desgleichen bleiben die während der französischen Herrschaft geschaffenen Verwaltungseinheiten unter anderen Bezeichnungen weitgehend erhalten.

 

Mimbach bildet mit den Orten Webenheim, Einöd und Ingweiler den Kanton Zweibrücken im gleichnamigen Landkommissariat (heute Landkreis).

 

 

1822

wird die Staatsstraße von Homburg über Einöd, Webenheim, Blieskastel nach Saargemünd (heutige B 423) gebaut. Die Maximilianssäule in Blieskastel erinnert an diesen Straßenbau..

 

 

1842

Mimbach und Webenheim waren waren bis 1842 als Einzelgemeinden zu einem Gemeinde-Verband zusammengeschlossen, besaßen infolgedessen auch einen Gemeinschaftsbann. Im Dezember 1842 stellt die Gemeinde Mimbach an die Gemeinde Webenheim den Antrag, den Gemeinde-Verband aufzulösen und damit auch Gemeindevermögen und Gemeinschaftsbann zu trennen. Dem An-trag wird am 19.12.1843 durch eine „Höchste Ministerial-Entschließung“ entsprochen. Mimbach und Webenheim werden selbständige Gemeinden; der Gemeindebann, sowie das Gemeindevermögen werden nach der Zahl der Herdstellen der beiden Gemeinden geteilt.

In Mimbach zählt man 120, in Webenheim 200 Feuerstellen, was einem Teilungsverhältnis von 3 : 5 entspricht. Mimbach und Webenheim bilden aber verwaltungsmäßig weiterhin eine Einheit mit dem Verwaltungssitz -Bürgermeisteramt- in Webenheim.

 

 

Mimbach erhält noch keinen eigenen Bürgermeister, es muß sich bis 1908 mit einem Beigeordneten, dem Adjunkt, begnügen. So erklärt sich die kuriose Situation, daß die Sitzungen des Mimbacher Gemeinderates unter der Leitung des Webenheimer Bürgermeisters stattfinden. Erster Adjunkt wird 1844 Jakob Schwarz.

 

 

1842-50

wird die Blies zwischen Einöd und Mimbacher Mühle reguliert, das Schleußenwehr, die Schließ, an der Mimbacher Mühle wird gebaut, die Bliesanliegergemeinden Wörschweiler, Einöd-Ingweiler, Bierbach, Wattweiler, Lautzkirchen , Blieskastel, Webenheim und Mimbach tragen die Kosten in Höhe von 32509 Gulden.

 

 

1844

Christian Oesch pachtet den Grünbacher Hof.

 

 

1845-48

Die Talstraße Webenheim-Reinheim wird ausgebaut.

 

 

1849

Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. lehnt die ihm von der Frankfurter Nationalversammlung angebotene Kaiserkrone ab. Damit ist die Politik der Paulskirche gescheitert. Als Folge kommt es in einigen deutschen Ländern zu Unruhen. In der bayrischen Pfalz verkündet ein provisorischer Landes-verteidigungsausschuß die Verteidigung der in Frankfurt beschlossenen Reichs-verfassung. Es kommt zum Aufstand, im Mai wird eine provisorische Regierung proklamiert.

Fünf junge Mimbacher, Johann Adam, Friedrich Carbon, Nikolaus Lindinger und Johannes Schwartz, der Name des fünften ist nicht bekannt, schließen sich, nachdem sie eine Art Grundausbildung auf dem Mühlenacker absolviert haben, den Aufständischen in der Pfalz an. Den aus der Rheinprovinz vorstoßenden preußischen Truppen haben die pfälzischen Freischärler nichts entgegenzusetzen und unterliegen in einem Gefecht bei Rinnthal. Johannes Schwartz wird in Landau gefangen genommen, die anderen können fliehen.

 

Mimbach hat 575 Einwohner.

 

 

1855

ist die Zahl der Einwohner auf 509 gesunken. Es ist die Zeit der großen Auswanderungswelle nach Nordamerika. Von 1850 bis 1859 wandern über eine Million  Deutsche aus den verschiedensten Gründen aus.

 

 

1864

wird der Gesangverein Mimbach gegründet. In einer Zeitungsannonce lädt er für Sonntag, den 19. Juni 1864 zu seiner Fahnenweihe in den „nahe gelegenen Walddistrikt Sitters“ ein und es heißt dort weiter „Abends darauf Ball,  Entrée 60 kr. , wozu gleichfalls freundlichst einladet der Vorstand“. Auf Anordnung der Geistlichkeit und Verordnung höherer Behörde“ darf die Feuerspritze nicht mehr in der Kirche abgestellt werden. Die Gemeinde muß für eine andere Unterstellmöglichkeit sorgen und baut am Weg zum Mühlenhügel ein Spritzenhaus, es Spritzeheisje.

 

 

 

 

1868

Die Mimbacher Kirche erhält die heutige Orgel.

 

 

1870

Die Gemeinschafts-Feuerspritze wird versteigert, die Gemeinden Webenheim und Mimbach beschließen, eine neue Spritze anzuschaffen.

 

 

1870/71

Im Deutsch-Französischen Krieg ist der Bliesgau Aufmarschgebiet der ver-bündeten deutschen Truppen. Sechs Wochen lang ziehen Truppenteile fast aller deutschen Teilstaaten durch Mimbach, biwakieren auf freiem Felde, werden im Ort einquartiert. Die Entschädigungen für Biwak, Vorspannleistungen, Einquartierung und Requisitionen belaufen sich auf 6450 Gulden.

 

Als Kriegsopfer sind ein Toter und zwei Verwundete zu beklagen.

 

 

1875

beträgt die Bevölkerungszahl 549.

 

 

1876

kauft Kommerzienrat Krämer aus St. Ingbert den Freishauserhof und baut das Herrenhaus und die Wirtschaftsgebäude.

 

 

1879

wird die Bliestalbahn eröffnet, das Bliestal erhält Bahnverbindungen nach Saargemünd, Homburg, Zweibrücken und St. Ingbert-Saarbrücken.

 

 

1880

Ausbau der Straße Mimbach-Böckweiler

 

 

1881

Anlegung des neuen Friedhofs auf dem Knopf (100 Meter vom letzten Haus entfernt)

 

 

1883

beschließt der Gemeinderat , daß Tanzmusik abgehalten wird am:

 

2. Sonntag im Mai

3. Sonntag im August,

auf die Kirchweihe am Sonntag vor dem Reformationsfest,

am Sonntag vor dem 1. Adventssonntag.

 

1884

Tageslöhne in Mark

 

 

Arbeiter/in unter 16 Jahren

0.70 bzw. 0.60 Mark

Arbeiter/in über 16 Jahren

1.00 bzw. 0.80 Mark

 

1885

erhält jedes Haus eine Hausnummer.

 

 

1887

wird das alte Schulhaus aufgestockt, eine zweite Lehrerstelle wird errichtet. Karl Seegmüller aus Wörth wird Lehrer in Mimbach und wirkt hier 40 Jahre lang. Die Unterstufe -die klän Schul- wird von Junglehrern übernommem.

 

 

1888

Festsetzung der Löhne in der Gemeinde Mimbach :

 

Jahreslöhne

 

Landwirtschaft

Forstwirtschaft

 

Arbeiter

480,00 Mark

550,00 Mark

 

Arbeiterinnen

300,00 Mark

300,00 Mark

 

 

 

 

1895

wird die Spar- & und Darlehnskasse Mimbach als eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftplicht gegründet und im Genossenschaftsregister des kgl. Landgerichts Zweibrücken eingetragen. Erster Rechner ist Lehrer Seeg-müller. Die Kasse wird später in Raiffeisenkasse Mimbach umbenannt.

 

 

1898

stellt die Gemeinde Mimbach den Antrag, in den Amtsgerichts- und Rentamts-bezirk Blieskastel eingegliedert zu werden. Das Amtsgericht bzw. Rentamt Zweibrücken ist  bis zu  diesem Zeitpunkt für Mimbach zuständig. Im gleichen Jahr erfolgt der Einbau von zwei Turbinen mit Generatoren in die Mimbacher Mühle, um die Stromversorgung der Seilbahn vom Blickweiler Kalkwerk zum Kalbenberg zu sichern.

 
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