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Chronik des ASC Mimbach PDF Drucken E-Mail

CHRONIK 

DES 

ASC MIMBACH 

ZU BEGINN DER 70ER BIS 2010



Nacherzählt von Gründungsmitglied Gerhard Schwarz 

Wie bei jeder Vor- und Frühgeschichte liegen die Anfänge im Dunkeln. Keiner weiß mehr richtig: wer, wann, wo, was und vor allem warum etwas gesagt wurde. Wie so oft im Saarland war es eine Schnapsidee (besser gesagt eine Hütchenidee), bei der sich 3 - 5 Mann zusammenfanden, die gleichen Interessen  hatten und sagten: „So jetzt gründen wir einen Verein!“ 
Es begann alles einige Zeit vor 1976 als sich unterschiedliche Gruppierungen in Mimbach zusammentaten, um den Angelsport in Mimbach ausüben zu wollen: Mimbacher, die in benachbarten Vereinen Mitglieder waren oder auch die, die an verschiedenen Forellenfischen in der Umgebung teilnahmen. Sie alle fanden sich in losen Unterredungen zusammen und planten, wo man am besten einen Weiher bauen könnte. Zuerst wurde die Gemarkung „Zwischen den Wellen (Nomen est omen)“ auserkoren, wo auch durch ein „gewaltiges“ Staudammprojekt ein provisorischer kleiner Weiher entstand, der jedoch im ersten heißen Sommer den darin befindlichen Fischen keine Bleibe bot und einfach austrocknete; somit war dieser Plan gestorben. 

Am 11.2.1976 war es dann soweit und aus diesen Plänen wurde „blutiger“ Ernst: 23 wackere Männer trafen sich im Gasthaus „Zum Katche“, um den Anglersportclub Mimbach ins Leben zu rufen. Sie wählten eine 7-köpfigeVorstandschaft unter dem Vorsitz von Friedrich Schuhmann; dies war klug gewählt, denn Friedrich Schuhmann hatte als Bauunternehmer einen Bagger und sonstige Maschinen, um den notwendig gewordenen Weiher zu bauen (aber später mehr dazu). Die Mitgliederversammlung ermächtigte den Vorstand eine Anfrage für eine Baumaßnahme in dem Gebiet zwischen dem Schelmenbach und der Gemarkung „Immeneck“ zu stellen. Als Unkostenbeitrag musste jeder 10,-- DM berappen. 
11 Tage später wurde der Beitritt in den Fischerei-Landesverband Pfalz beantragt. 
Was machen nun 23 Angler ohne Weiher? 
Einen Kameradschaftsabend natürlich! Und zwar im französischem Hinsingen; dafür zahlte jeder Teilnehmer 140 FF für ein Grill-Menü mit Rot- und Weißwein vom Faß; vor allen Dingen Rotwein: das war das, was ich vorhin mit „blutigem“ Ernst meinte. Der Bus sah nach der Rückfahrt durch die rote Farbe aus, als hätte dort ein Gemetzel statt gefunden. 

Nun, nach langen endlos erscheinenden Gesprächen und Verhandlungen und Überwindung vieler Hindernisse wurde die Anlage eines Weihers vor dem Exbornbrunnen im Grünbachtal geplant. Es wurde auch ein Ringtausch der Grundstücke mit der Pfarrpfründestiftung Mimbach und Renate Stolz durchgeführt, was mit der Kirche nicht so leicht zu händeln war.

Bis zum 1.10.1982 konnten diejenigen Mitglieder austreten, die „kalte Füße“ bekamen und die geleisteten Einzahlungen (minus der entstandenen Kosten) zurückverlangen. Danach erfolgte keine Erstattung mehr und das Geld wurde zum Weiherbau verwendet, der nun in Angriff genommen wurde. Er ist mit 2500 qm so groß wie das Saarland (nur in qkm), hat ein Vorwärmbecken, eine Springbrunnen, der durch Druckwasser gespeist wird und eine 20 cm dicke verletzliche Lehmschicht. 

Am 5.11.1982 wurde die Satzung beschlossen und die Eintragung ins Vereinsregister beantragt. Der Weiher wurde offiziell „Exbornweiher“ benannt und die Aufnahmegebühr für jedes neue Mitglied wurde auf 500,-- DM festgelegt (ungefähr die Ausgaben, die jedes Gründungsmitglied bis dahin aufbringen musste). 
In diesem Zeitraum und auch immer wieder in der Zukunft geisterte die Idee zum Bau eines zweiten Weihers gegenüber dem Schelmenbach in den Köpfen herum bzw. die Pachtung der Weiheranlage von dem angrenzenden Anwesen „Park-Schwartz“. 

1983 wurde zusammen mit unseren Nachbarvereinen Webenheim und Blieskastel die Blies gepachtet. 
Wir veranstalteten ein 1. Mai-Fischen mit 200 kg Forellen. Im Herbst des Jahres 1983 wurde der 1. Weiherbesatz mit 100 kg Karpfen, 60 kg Schleien und 100 kg Rotaugen durchgeführt. 

Am 15.4.1984 wurde unser erstes Anfischen durchgeführt und unser 1. Vereinsmeister war Willi Schwarz mit sagenhaften 9 Pfund Fisch (im Vergleich zu heute: eine gigantische Ausbeute!). In diesem Jahr hatten wir jedoch auch die ersten, aber nicht die letzten Probleme mit dem Bisam. Auch in diesem Jahr bauten wir auf das Verständnis unserer Mitglieder und versuchten den Arbeitseinsatz auf freiwilliger Basis; dieser Versuch schlug aber fehl. 1984 verabschiedete sich unser damaliger 1. Vorsitzende Friedrich Schuhmann, der ins Ausland (= Bayern) umzog. In seiner Abschiedsrede bedankte er sich bei den Mitgliedern und erwähnte auch noch „Mobby`s“ legendären Sprung in den Weiher. Es geht das Gerücht, dass viele Fische heraussprangen, als Mobby hineinsprang. Raimund Ruffing wollte dem nicht nachstehen und schwamm mit Springerstiefeln durch den Weiher. 

1985 pachteten wir auch den Schelmenbach und in diesem Jahr kam auch das leidige Thema „Abgabe der Fangbücher“ zum ersten Mal auf. 

Am 12.4.1986 wurde die Satzung mit folgenden Änderungen beschlossen: 
Es gibt keinen 3. Vorsitzenden mehr, der anfangs auch als Jugendleiter (ohne Jugendabteilung) fungierte. 
Gleichzeitig wurde die Aufnahme von Jugendlichen in der neuen Satzung festgehalten. 
In diesem Jahr wurde auch das Pumpenhaus umgebaut und der Holzanbau wurde unter der Leitung von Werner Petri durchgeführt. 
Und vom 8.8. – 11.8. feierten wir 3 Tage lang „10 Jahre ASC Mimbach“. 
Bereits in dieser Anfangszeit tauchte immer wieder die gleiche Problematik auf (fehlende Beitragszahlungen; nicht geleistete Arbeitsstunden usw.) 

1987 wurde der Anbau der Fischerhütte mit Dachschindeln eingedeckt und es kam ein Vergehen mit Fremdfischern vor, das aber ohne polizeiliches Ergebnis blieb. 

1988 erstellten wir eine Jugendordnung und erster Jugendvereinsmeister wurde Torsten Sonn. 

1990 wurde Willi Schwarz für seine Verdienste, die er sich gerade in der schwierigen Anfangszeit als Schriftführer und als Kassierer erworben hat, zum Ehrenmitglied ernannt. 

1991 wurde in unserer Fischerhütte eingebrochen; unser damaliger Schriftführer Klaus Müller schrieb im Protokoll von einigen entwendeten Sachen im Wert von ca. 50,-- DM und von einem „Saustall“, der hinterlassen wurde. In den Protokollen von Klaus Müller erscheinen als Zahl der Anwesenden des Öfteren der Ausdruck „alle Neune“ für die Anwesenheit von allen neun Vorstandsmitgliedern und am Ende des Protokolls „Petri Heil und nichts am Seil“. 

1992 ließen wir den Weiher ab; ich glaube, das war damals die kälteste Nacht des Jahres; wir mussten „Wache“ schieben, damit uns keiner die eingesetzten Fische in dem wenigen Wasser klaute; aber es stellte sich heraus, dass es nicht nur wenig Wasser, sondern auch „wenig Fisch“ im Weiher war. Wir haben die paar Fische in das ehemalige Schwimmbad in Mimbach gesetzt, den Weiher wegen des starken Unterwasserbewuchses gekalkt und im Vorbereich des Mönches von Hand entschlammt. Nach einigen Monaten haben wir den Weiher neu besetzt. 

1993 wurde ein Wasseranschluß in die Fischerhütte gelegt. 

1994 wurde die Fischereiordnung für den Schelmenbach überarbeitet. 

1995 und in den darauf folgenden Jahren mussten wir einige schwere Schicksalsschläge hinnehmen. Es war bald lebensgefährlich als Schriftführer für den ASC zu arbeiten. Nacheinander verstarben als Schriftführer Klaus Müller, Karl-Heinz Mayer und Karl-Ludwig Rühl; außerdem verstarb in der Zeit auch unser 1. Vorsitzender Werner Fischer. Diese Zeit riss tiefe Wunden, die verheilten, aber Narben sind immer noch sichtbar. 

10 Jahre nach dem 1. Ablassen des Weihers, mussten wir im Oktober 2002 eine Weihersanierung durchführen. Wir ließen das Wasser teilweise ab, verstärkten den Damm gegen den Bisam durch Einlassen von Beton und Befestigen von Maschendraht. Ein paar Tage später wurde der Weiher wieder geflutet. 

2005 trocknete der Exbornbrunnen von Juli bis Jahresende vollkommen aus; das hat es über einen solch langen Zeitraum noch nie gegeben. Die Auswirkungen des immer wärmer werdenden Klimas und das extrem trockene Jahr 2003 wurden  spürbar. Vermutlich wird Wassermangel das beherrschende Thema in der Zukunft für uns werden. 

2006 haben wir vertraglich und satzungsmäßig Schwerstarbeit geleistet. In etlichen Sitzungen wurde unsere Satzung komplett überarbeitet und die Gemeinnützigkeit beantragt. Die Pachtverträge für die Blies und die Schelmenbach wurden langfristig bis 2020 und die Verträge für den Fischweiher und die Pumpstation wurden bis 2030 abgeschlossen. Da wir das 25 jährige Vereinsjubiläum nicht begingen, wollten wir im Herbst 30 Jahr ASC Mimbach feiern. Die Ortsvereine sollten an diesem Tag an unserer Fischerhütte die Bewirtung übernehmen und die Einnahmen davon auch behalten. Es sollte eine kleine Feier mit anschließendem Festkommers geben. Doch zu Beginn der Veranstaltung verstarb plötzlich vor Ort unser Gründungsmitglied Werner Hussong. Somit starb auch die Veranstaltung; welch eine Tragik! 

2010 wurde bei Neuwahlen die Vereinsführung verjüngt; die alten Kämpen Peter Laarmann, Sascha Junkes und Gerhard Schwarz machten den jüngeren Mitgliedern Matthias Dorth,  Marc Schößer und Martin Hinrichs Platz. Augenblicklich haben wir 24 aktive, 2 jugendliche und 24 passive Mitglieder. 

Nur durch eine gesunde Jugendarbeit kann ein Verein über Jahre bestehen. Hoffen wir, dass wir in Mimbach noch lange angeln können und dass der Verein noch etliche Jahrzehnte überlebt.
 
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