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Die Laabscherrer waren unterwegs PDF Drucken E-Mail
Mimbach, 16.12.2014

Die Laabscherrer waren unterwegs


Viele Autofahrer wunderten sich über die Gestalten, die an diesem Samstagnachmittag 
entlang der Breitfurter Straße zu Fuß Richtung Grünbachtal zogen. Mit einem Handwagen 
voller Proviant und bis an die Zähne mit Rechen und Fächerbesen bewaffnet, 
waren zahlreiche Mimbacher an diesem trüben aber trockenen Dezembertag unterwegs zum Exbrünnchen.
Es muss für alle Außenstehenden wohl äußerst merkwürdig ausgesehen haben, dieser Heerschar an Menschen zu begegnen.
Die Mimbacher Laabscherrer waren zum erstenmal seit Jahrzehnten wieder unterwegs, um im nahegelegenen
 Grünbachtal „Laab“ zu sammeln.
Aus Anlass des diesjährigen Neujahrsempfangs wurden mehreren Mimbacher Bürgerinnen und Bürgern,
 die nicht in Mimbach geboren wurden, das Laabrecht in Form einer Urkunde verliehen. 
In frühester Zeit war die Zugehörigkeit zu einer Dorfgemeinschaft durch die Niederlassung im Dorfbereich begründet. 
Viele Dörfer hatten sogar eine eigene Gesetzgebung, das Dorfrecht. Nicht jeder im Dorf hatte daher das Laabrecht. 
Neue Einwohner mussten schon einige Jahre im Ort leben, bevor es ihnen verliehen wurde. Wichtigstes Indiz war das Recht 
im Wald „Laab“ ( im Hochdeutschen auch als Laub bezeichnet) zu sammeln, weil man in früheren Zeiten wenig Stroh hatte, 
um es im Stall unter das Vieh zu streuen. Das Laabrecht war auch ein Bürgerrecht, welches mit hoher Wahrscheinlichkeit 
noch weitere Rechte beinhaltete. So zum Beispiel politische Rechte wie freien Zutritt zu Gemeindeversammlungen, 
die Ratsfähigkeit oder die Nutzung der Gemeindegüter Allmend, Wald und Weide. „Hasch Du üwerhaupt schunn es Laabrecht?“ 
war also früher eine gängige Frage der Alteingessenen an die „Zugezogenen“, wenn sie in Dorfangelegenheiten mitreden 
wollten.

Diese Zugezogenen waren an diesem Tag dazu aufgerufen ihre Fähigkeiten im nahen Grünbachtal
 überprüfen zu lassen. Wie anno dazumal wurde zusammen ins Grünbachtal gezogen, wo man sich von
 den Fähigkeiten der neuen Laabscherrer überzeugen wollte. Die „alten“ Neubürger verrichteten ihre
 Arbeit äußerst geschickt. Walter Leiner, ursprünglich aus Breitfurt stammend, hatte anlässlich dieses besonderen
 Tages eigenhändig einen Holzrechen angefertigt, auf dem in großen Buchstaben geschrieben stand: Laabfescht 2014. 
Er übergab diesen Rechen nach getaner Arbeit an den Ortsrat Mimbach, um in Zukunft den Sitzungssaal des Ortsrates damit 
zu schmücken. Dieser Rechen wird bei künftigen Verleihungen des Laabrechts als Sinnbild der Veranstaltung dienen. 
Nach Beendigung ihrer Vorführungen war das Exbrünnchen von allem Laub der vergangenen Wochen befreit und bereit für 
den Winterschlaf. Während einer gemeinsamen Stärkung erzählte Ortsvorsteher Gerd Weinland kleine Anekdoten über das 
Laabfescht von früher, die von Christoph Schwarz für sein Mimbacher Ortsbuch zusammengetragen wurden. Anschließend 
traten die Neubürger und die Alteingesessenen, welche sich von den Fähigkeiten der neuen Laabscherrer ein Bild machen 
wollten, den Heimweg an. Gemeinsam wurde in einem großen Laabtuch das gesammelte Laub nach Hause getragen. 
Dieses gemeinsame Tragen sollte die Einbindung in die Dorfgemeinschaft symbolisieren, welche in Wahrheit ja schon längst 
vollzogen war. Anschließend wurde sich dann gemeinsam an der ehemaligen Schule von den Anstrengungen bei einem kleinen 
Lagerfeuer und lecker Gegrilltem erholt. Eines war an diesem Tag allerdings anders als früher. 
Die belegten Brote, gekochten Eier und Speck mussten an diesem Tag den Rostwürsten weichen. Lediglich das Bier und der Schnaps flossen wie früher, bereichert durch heißen Winzerglühwein wegen der doch schon kühleren Witterung sowie antialkoholischen Getränken. Früher kam es dabei sogar vor, dass so mancher vom vielen Feiern so selig war, dass er im Laabtuch heimgetragen werden musste. Gott sei Dank hatte man an diesem Tag keine Ausfälle zu verzeichnen, so dass alle Teilnehmer wohlgelaunt und gestärkt auf eigenen Füßen nach Hause gehen konnten. 
Sollte jemand von den Zugezogenen Interesse an der Verleihung des Laabrechtes haben, so setzen Sie sich bitte mit Ortsvorsteher Gerd Weinland in Verbindung, oder sprechen Sie ein anderes Mitglied des Ortsrates Mimbach darauf an. Anlässlich des Neujahrsempfangs 2015, am 11. Januar ab 11:00 Uhr im Matthias-Claudius-Heim, wird den Interessenten dann in Form einer „Laabrechts-Urkunde“ das neue Bürgerrecht überreicht. Ortsvorsteher Gerd Weinland möchte sich auf diesem Weg nochmals bei allen bedanken, die diesen Humorigen Nachmittag ermöglicht haben und als Akteure auch mitgestaltet haben. Weitere Bilder über die gelungene Auftaktveranstaltung können Sie beim Neujahrsempfang sehen, es lohnt sich.



  
 
 
  
 
Gerd Weinland   -   Winterbergstrasse 2a   -   66440 Blieskastel – Mimbach    -   Tel.: 0 68 42 / 53 64 84 
(gw) 
 
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