Das Zeitalter der Aufklärung

1611

wird auf Antrag des Presbyteriums eine Teutsche Kinderschule für die Pfarre Mimbach in Webenheim eröffnet. Erster Lehrer ist der Collaborator Johan Jakob Dürr.

 

 

1618

beginnt der Dreißigjährige Krieg. Kriegseinwirkungen, Seuchen und Hungersnöte fordern viele Opfer, die Kriegszüge plündern das Land aus, verwüsten die Felder, die landwirtschaftliche Produktion sinkt auf ein Minimum.

 

 

1624

verkauft Pfalzgraf Johann von Zweibrücken die Martinigült zu Webenheim und Mimbach, die 9 Malter Korn, 9 Malter Haber, 12 Hühner und 12 Gulden an Geld ausmacht, an den Leyenschen Amtmann zu Blieskastel Johann Nieger für 300 Goldgulden, 120 Dukaten, 26 Reichstaler und 1,5 Königsort.

 

 

1626

Die Gemeinde Mimbach-Webenheim verkauft mit Zustimmung des Herzogs Johannes für 1800 Gulden die Bliesmühle und die Noth-und Ohligmühl an der Schelmenbach -heutiges Anwesen Puderer- an Sebastian Rauhel, Meier und Müller zu Ensheim, um Kontributionen an „Schmidtisches, Cratzisches und Fuggerisches Volk“ bestreiten zu können. In einem Erbbestandsbrief werden Rechte und Pflichten des Müllers, Abgaben, Müllerlohn und Vorkaufsrecht bei einem Weiterverkauf genau geregelt.

 

 

1628

Im „Zins- und Gültbuch aller meiner Hans Philips Herr zu Eltz, Amtmann zu BliesCastel habenden Renten, Gülten und Gefällen an Geld, Weizen,..., die zu meinem Haus Blieskastel fällig sind“ heißt es über „Weibenheim und Mim-bach“: „In diesem Dorf hab ich den Kirchensatz und Colleraturgerechtigkeit, das 3. Teil am Zehntenfrucht, also daß aus dem ganzen Zehnten drei Teile gemacht, davon nimt der Pfarrer die Wahl einen, in den andern zwei Teilen wird das Los geworfen zwischen mir und dem Stein-Callenfels und Leyen, danach müssen dieselben mir von ihrem Teil die dritte Garbe zurückgeben, ist also voralters her und bisher also gehalten worden, mag ein Jahr um das ander tun an Korn 15 Malter, an Hafer 15 Malter. In diesem Dorf hab ich auch den kleinen Zehnten, als nämlich an Flachs, Hanf, Lämmer und Ferkel...“

 

 

1634

flieht Pfarrer Wilhelm Rausch mit einem Großteil seiner Gemeindeglieder in die festen Mauern von Zweibrücken. Später reist der gleiche Pfarrer mit anderen Geistlichen nach Holland, um dort um Hilfe für die notleidende Bevölkerung zu bitten.

 

Nach Angaben des Meiers von Mimbach sind 360 Morgen Äcker, „Willerungen und Bösch“des Kirchenschaffneibesitzes „müßig gelegen, begehrt sie niemands zu lehnen“.

 

 

1635

stellt die Bliesmühle in den Wirren des 30-jährigen Krieges den Mahlbetrieb ein.

 

 

1648

Der Westfälische Friede beendet den Krieg, der das Land völlig ruiniert hat. Der Kleinadel, die Bevölkerung, die Gemeinden, sind verarmt und verschuldet.

 

 

Der Friedensschluß von Münster läßt eine Reihe von Problemen zwischen dem Herzogtum Lothringen, Frankreich und dem Reich ungelöst. Sie werden unserem Raum noch jahrzehntelange kriegerische Auseinandersetzungen bringen.

 

 

1651

sind nach der Angabe des Kirchendieners fast alle Kirchengüter „ödt, verwachsen, ganz verdorben“ oder „verloren“.

 

 

1652

Hans Michel Rauhel, der Sohn von Sebastian, setzt beide Mühlen wieder in Gang und beginnt mit dem Mahlbetrieb.

 

 

1659

beginnen Verkaufsverhandlungen zwischen der Familie von Eltz und dem Trierer Kurfürsten Karl Kaspar von der Leyen, der die Eltzschen Güter und Rechte für seine Familie sichern will.

 

 

1663

ist der Verkauf abgeschlossen, Jakob Friedrich von Eltz übergibt seine Güter und Rechte in Blieskastel an Karl Kaspar von der Leyen, der dadurch alleiniger Besitzer des Amtes Blieskastel wird. Die Eltz’schen Zehntrechte in Mimbach gehen  auf die Leyen über. Diese werden damit auch Collatoren der Mimbacher Kirche (Collator - Inhaber der Collatur) und sind nun auch zur Unterhaltung und Instandsetzung, auch zum Neubau der Kirche verpflichtet.

 

 

1667

Siedler kommen in das ausgeblutete Land, der erste Hussong wird erwähnt.

 

 

1668

wird die Einwohnerzahl von Mimbach mit 10 Familien, diejenige von Webenheim mit 20 Familien angegeben. Obwohl die Einwohnerzahl gegenüber 1609 auf weniger als die Hälfte gesunken ist, bleibt Webenheim-Mimbach die bevölkerungsreichste Landgemeinde des Herzogtums Zweibrücken.

 

 

1669

erläßt Herzog Friedrich Ludwig eine „Ordnung so in den Schulen dieses Fürstenthumbs Zweibrücken in acht genommen werden soll“. In dieser Schulordnung werden Qualifikation der Schulmeister, Unterrichtsfächer und Unterrichtszeiten bestimmt. Zu jener Zeit gibt es im Oberamt Zweibrücken nur vier Schulen mit neun Lehrern und zwar in Hornbach, Mimbach-Webenheim, Zweibrücken und Contwig.

 

 

1671

Im Zuge der Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und dem Herzogtum Lothringen, das die Stadt Homburg besetzt hält, um seine Forderungen gegen-über dem Reich zu bekräftigen, fallen französische Truppen in das Land an Saar und Blies ein.

 

 

1672-79

2. Eroberungskrieg Ludwig XIV: Die antifranzösische Allianz von 1672 erklärt Frankreich den Krieg, kaiserliche Truppen besetzen das Land. 1675 sind die Franzosen neuerlich im Vormarsch, erobern 1676 Zweibrücken, werden aber Ende des Jahres wieder zurückgedrängt. Die für Frankreich ungünstige militärische Lage veranlaßt den franz. Kriegsminister Louvois, den Befehl zur planmäßigen Vernichtung eines ganzen Landstriches zu geben, um durch einen Wüstungsgürtel Verproviantisierung und Einquartierung des Reichsheeres zu erschweren oder gar unmöglich zu machen, Prinzip der Verbrannten Erde. Neben Zweibrücken gehen viele Orte des Herzogtums, darunter auch Mimbach und Webenheim, in den Flammen unter.

 

 

Der Frieden von Nimwegen garantiert den territorialen Bestand des Herzogtums Zweibrücken.

 

Im Verlauf der Auseinandersetzungen schlagen französische Truppen eine Brücke über die Blies.

 

 

1680-82

erhebt Frankreich Ansprüche auf fast alle linksrheinischen Gebiete des Deutschen Reiches. Die Reunionskammer in Metz bestätigt die französischen Ansprüche. Die Grafschaften Blieskastel und Saarbrücken, das Herzogtum Pfalz- Zweibrücken müssen die franz. Oberhoheit anerkennen, Mimbach gehört nun zur französischen Saarprovinz. Frankreich sichert die reunierten Gebiete mit den Festungen Saarlouis und Homburg. Die Bevölkerung leidet unter den Einquartierungen franz. Truppen. Die Mimbacher Kirche ist bis zum Frieden von Rijswijk Simultankirche.

 

 

1681

stirbt Herzog Friedrich Ludwig von Pfalz-Zweibrücken. Das Herzogtum fällt gegen französischen Widerstand an die schwedische Krone. Karl XI. von Schweden wird aber nur nominell Regent des Herzogtums, denn das Land ist faktisch von Frankreich besetzt, dessen Verwaltung die schwedisch-zwei-brückische Administration überlagert, nicht ersetzt.

 

Mit den schwedischen Herrschern, die Lutheraner sind, findet die lutherische Konfession Eingang im Herzogtum.

 

 

1684

Durch den Türkeneinfall 1683 gebunden, erkennen Kaiser und Reich im Regensburger Stillstand die Reunionen an.

 

 

1685

Aufhebung des Edikts von Nantes. Das Zweibrücker Land steht unter franz. Oberhoheit, für flüchtende Hugenotten bietet es zunächst keine Sicherheit.

 

 

1688

Im Pfälzischen Erbfolgekrieg schließen sich protestantische und katholische Landesfürsten, der Kaiser, die Niederlande und England zu einer Allianz gegen Ludwig XIV. zusammen.

 

 

1696

Aus einer Steuerliste für Mimbach, das damals unter frz. Verwaltung war:

 

Jean Ringle, ministre

prot. Pfarrer

20  Livres

Pierre Hamm, labo

Bauer

3  Livres

Une servante

Magd

1  Livre

La veuve de Barthel Wolff

Witwe

1  Livre

Wendel Müller, meunier

Müller

3  Livres

Jean Jacob Gebhardt, tailleur

Schneider

1  Livre

Un valet

Knecht

1  Livre

1697

Im Frieden von Rijswijk muß Frankreich die reunierten deutschen Gebiete wieder an das Reich abtreten, Mimbach gehört nun zum unter schwedischer Verwaltung stehenden Herzogtum Zweibrücken.

 

Karl XI. stirbt. Karl XII. wird als sein Nachfolger Herzog von Zweibrücken (Bau der Karlskirche).

 

Mimbach erhält eine eigene Schule, nachdem fast 100 Jahre lang eine gemein-same Schule in Webenheim bestand.

 

 

1698

erläßt die für Zweibrücken zuständige schwedische Regierung ein Einwande-rungspatent, das „Protestanten jeder Confession“ zur Besiedlung des arg verwüsteten Landes einlädt. Den Einwanderern werden eine Reihe wirt-schaftlicher und fiskalischer Freiheiten gewährt, ihnen wird Gottesdienst in ihrer Landessprache erlaubt. In der Folgezeit strömen bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts vor allem Schweizer in das noch dünn besiedelte Land, Namen wie Hunsicker, Suder, Ringle, Stucky u.v.a. erinnern an diese Einwanderungswelle.

 

 

1701-14

Im spanischen Erbfolgekrieg durchziehen bayrische und französische Truppen das Land; die Bevölkerung hat wiedereinmal die Kosten der Einquartierung zu tragen. Die Mimbacher bitten „wegen der französischen Fouragierung“ bei der königlichen Rentkammer um einen Steuernachlaß.

 

 

1706

Durch ein „Reglement, Wie es im Herzogthum Zweybrücken mit gemeiner Jugend in Beschickung der Schulen zu halten“ vom 6. Oktober wird der Schulzwang eingeführt. Alle Sechs- bis Zwölfjährigen beiderlei Geschlechts müssen nun die Schule besuchen. In den Landgemeinden, so auch in Mimbach, ist der Unterricht auf die Zeit vom Michaelistag (29. September) bis Ostern beschränkt. Unterrichtet werden die Schüler im Beten, Singen, Lesen, Schreiben, Rechnen und in Religion. Die Schule ist schulgeldpflichtig, für die Armen werden Schulgeld und Lernmittel aus dem Almosen bezahlt.

 

 

1715

erwerben die Grafen von der Leyen das dem Mimbacher Pfarrer zustehende Zehntdrittel gegen eine Jahresrente von 80 Gulden. Damit sind sie die alleinigen Zehntherren von Mimbach geworden.

 

 

1713

Reinhart Müller läßt für die Dorfmühle am Schelmenbach einen Mühlgraben durch den Pfarrgarten anlegen, der eigentliche Schelmenbach heißt von nun an die Mutterbach

 

 

1714

Der Frieden von Rastatt und Baden bringt dem Land an der Blies nach fast hundertjährigen kriegerischen Auseinandersetzungen und Besetzungen den lang ersehnten Frieden. In Mimbach beginnt der Wiederaufbau der zerstörten Häuser: Als erstes Haus wird 1709 das Forsthaus -heutiges Anwesen Götz- in Fachwerkbauweise erbaut, später setzt sich die reine Steinbauweise durch. Vielfach werden die Häuser in Giebelstellung mit Steildach errichtet.

 

wird für die lutherische Konfession eine eigene Volksschule in Webenheim eingerichtet.

 

 

1734

erfolgt der Neubau der Mimbacher Mühle durch Wendel Müller. Die neue Mühle ist dreistöckig und besitzt zwei Speicherböden. Vier Wasserräder treiben vier Mahlgänge an.

 

 

1735

beginnt die Auswanderung von Mimbacher Bürgern nach Nordamerika.

 

 

1753

Erste Versuche der Gemeinde Mimbach, den bisherigen Gemeindeverband Mimbach-Webenheim aufzulösen. Das zustängige Oberamt in Zweibrücken lehnt wie später in den Jahren 1763 und 1765 eine solche Trennung ab.

 

Nach 1750 wird der 1726 geborene Johann Georg Lindemann Förster, später auch Schultheiß in Mimbach-Webenheim. Er ist ein ausgezeichneter Fachmann, der seine Wälder peinlich in Ordnung hält, aber was ihn hier erwähnenswert macht, ist die von dem Zweibrücker Historiker Hans Fuchs und anderen aufgestellte These, daß zwischen der Mimbacher Försterfamilie Lindemann und der Mutter des Reformators Martin Luther mit großer Wahrscheinlichkeit verwandtschaftliche Beziehungen bestehen, die hier im einzelnen nicht dargestellt werden können.

 

 

1755

In der Mühlgasse wird ein einklassiges Schulhaus errichtet.

 

 

1756

Herzog Christian IV. ergänzt die Schulordnung von 1706 durch die „Hochfürstlich Pfaltz-Zweibrückische Erneuerte Schulordnung“, nach der nun auch die Dreizehn- und Vierzehnjährigen fortan die Schule besuchen müssen. Gleichzeitig sollen nun die bereits konfirmierten Kinder noch mindestens zwei Jahre die Sonntagskinderlehre absolvieren.

 

 

1761

Die Zweibrücker Regierung beschließt, Musterhöfe anzulegen, in denen der neue rationelle Landbau praktiziert wird. So wird im Grünbacher Tal durch Geheimrat Hans Asmus von Esebeck auf ehemaligem Klostergelände der Grünbacher Hof mit einer Hoffläche von 315 Morgen errichtet. 1763 wird der Hof von Herzog Christian IV. zum freiadeligen, von Zehnt und Schatzung befreiten Gut erklärt.

 

 

 

Im gleichen Jahr wird auf der Flur der Wüstung Fraißhausen von Kammerdirektor Schimper, wie Esebeck ein hoher Beamter des Zweibrücker Fürstenhofes, der Freishauser Hof mit 311 Morgen Hoffläche angelegt.

 

Die Webenheimer Chausee wird in Fronarbeit unter Leitung von in Frankreich ausgebildeten Straßenbauern angelegt.

 

 

1762

Die alte Mimbacher Kirche muß wegen Baufälligkeit geschlossen werden.

 

 

1765

wird im Zusammenhang mit Schäden an der Mimbacher Mühle von hollän-dischen Flößern berichtet, die Holz aus dem Pfälzer Wald über Schwarzbach, Blies, Saar, Mosel und Rhein zum Schiffbau nach Holland bringen.

 

 

1766

Nach dem Tode Stanislaus Leszczynskis gelangt Lothringen an Frankreich, Mimbach wird Grenzort. Die deutsch-französische Grenze fällt mit der damaligen Gemarkungsgrenze Mimbach-Altheim zusammen, heute ist dies die Banngrenze Mimbach -Böckweiler. Altheim gehört bis 1766 zu Lothringen und wird dann mit diesem Frankreich einverleibt. Die Grenzsteine mit dem Lothringer Kreuz stehen heute noch in der Nähe des Freishauser und des Kahlenberger Hofes. Böckweiler ist damals eine zweibrückische Exklave im lothringischen, später französischen Herrschaftsbereich.

 

 

1767

Nach schwierigen Verhandlungen zwischen dem Grafen von der Leyen als Zehntherr und der Zweibrücker Verwaltung beginnt 1767 der Bau der Mimbacher Kirche; zwei Jahre später ist der Bau vollendet. Die Kosten für das Langhaus trägt die Grafschaft Blieskastel als Inhaber der Zehntrechte, Chor und Turm werden von der Protestantischen  Kirchenschaffnei finanziert.

 

 

1770

Am 1. Januar wird die neuerbaute Kirche, für die Mimbacher die Mudderkerch, wegen ihrer Größe auch Dom des Bliesgaus genannt, von Pfarrer J.A. Müller anläßlich seines Amtsantritts feierlich geweiht. Pfarrer Müller wird die Pfarrstelle von 1770 bis 1825, also 55 Jahre lang verwalten.

 

 

1777-82

Herzog Karl II. August von Pfalz-Zweibrücken baut Schloß Karlsberg mit einem Kostenaufwand von 14 Millionen Gulden als größte Schloßanlage des 18. Jahrhunderts. Als aussichtsreicher Kandidat für das Erbe der bayrischen Kur-fürstenwürde ist sein Hauptverdienst die Wahrung der Unabhängigkeit Bayerns gegenüber Bestrebungen der österreichischen Krone, Bayern im Tausch mit Belgien in eine österreichische Provinz zu verwandeln.

 

 

1780/81

Jakob Linder aus Mimbach nimmt mit dem Régiment Royal Deux Ponts im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg an der Entscheidungsschlacht von Yorktown teil.

 

 

 

 

1784

Im Februar reißt das Hochwasser die Bliesbrücke weg.

 

Johann Nikolaus Müller, Sohn von Wendel Müller, übergibt die Bliesmühle an seinen Schwiegersohn Ludwig Weber.

 

 

1787

zahlen Balthasar Carbon aus Hornbach und drei Jahre später Paul Grüneisen. vom Wahlerhof als Einzugsgeld an die Gemeinde für die Gewährung der Gemeinen Rechte einen Betrag von je 3 Gulden, 11 Batzen und 4 Pfennig.

 

 

1789

Französische Revolution: Revolutionäres Gedankengut breitet sich in Windeseile auch jenseits der französischen Grenzen aus. In den Zweibrücker und Blies-kasteler Landen kommt es wegen steigender Abgaben zu vereinzelten Unruhen.

 

 

1792

Nach der Kanonade von Valmy, in der die französischen Volksheere den Söldnerheeren der zugunsten von Ludwig XVI. intervenierenden europäischen Monarchen widerstehen, überschreiten die Revolutions- truppen die Reichsgrenzen und besetzen Anfang

 

 

1793

Mimbach. In der unmittelbaren Umgebung von Mimbach, bei Rohrbach, bei Blieskastel und Biesingen kommt es zu Kampfhandlungen zwischen den verbündeten Preußen und Österreichern und den.Franzosen. Der preußische König Friedrich Wilhelm II. kampiert im Herbst 1793 mit hohenlohischen Truppen auf der Böckweiler Höhe, um am nächsten Tag die bei Hornbach verschanzten Franzosen anzugreifen.

Bis 1796 bleibt das Land an der Blies Schauplatz wechselvoller kriegerischer Auseinandersetzungen, in deren Verlauf auf der einen Seite französische  Ausleerungskommissionen  und auf der anderen Seite preußische und österreichische Quartiermeister das letzte aus der Bevölkerung auspressen. Von Geld über Lebens- und Futtermittel, über Schuhe und Stiefel, bis zu Kirchenglocken reichen die Forderungen der jeweiligen Besatzer, die meist auf kurzfristige Erfüllung ihrer Kriegskontributionen drängen.

 

In Mimbach und Webenheim werden die Glocken abgenommen und als wertvoller Kanonenwerkstoff nach Metz verfrachtet.

 

Am Ende der Kämpfe sind die linksrheinischen Gebiete französisches Besatzungsgebiet, die Bedrückungen bleiben die gleichen wie zur Fürstenzeit, nur die Bedrücker sind jetzt andere.

 

 

1798

Nachdem Preußen im Sonderfrieden von Basel und Österreich im Frieden von Campo Formio auf das linke Rheinufer verzichtet haben, werden im Januar die besetzten Gebiete nach französischem Vorbild in Departements, Arrondissements und Kantone gegliedert. Mimbach gehört nun zum Kanton Medelsheim, Arrondissement Zweibrücken, Departement Donnersberg. Die Blies bildet die Grenze zum benachbarten Kanton Blieskastel, der zum Saardepartement gehört.