Das 20. Jahrhundert

1900

Gründung des Arbeiter-Unterstützungsvereins Mimbach

 

Die Volkszählung vom 1.12.1900 ergibt:

 

546,54 ha Fläche

 

630 Einwohner

 

110 Gebäude

 

36 Pferde

 

337 Stück Rin dvieh

 

126 Schweine

 

40 Ziegen

1901

Vergebung der Arbeiten zum Waschhaus, der Wäsch

 

 

1903

Gründung des Geselligkeitsvereins „Frohsinn“, dem Vorläufer des heutigen Musikvereins „Frohsinn“ Mimbach e.V.

 

 

1904

Peter Oesch ersteigert den Grünbacher Hof für 50000 Goldmark.

 

 

1907

Die Gemeinde Mimbach stellt beim kgl. Bezirksamt Zweibrücken den Antrag auf Loslösung aus dem Gemeindebezirk Webenheim, dem stattgegeben wird.

 

Mimbach erhält eine eigenständige Verwaltung mit eigenem Bürgermeister.

 

 

1908

Jakob Brill wird der erste Bürgermeister von Mimbach.

 

 

1909

wird eine Viehwaage, es Wieheisje, erbaut. Die erste Telefonstelle wird in Mimbach installiert.

 

Der Freishauserhof wird an Herrn von Lautz, den Schwiegersohn des Kommerzienrates Krämer, übertragen.

 

 

1910

ist die Bevölkerungszahl wieder gesunken, sie beträgt nur noch 604.

 

 

1911

wird die Wasserleitung projektiert.

 

 

1912

erfolgt die Arbeitsvergabe zum Bau der Wasserleitung an die Firma Oltsch in Zweibrücken. Die Brunnenstube liegt auf Webenheimer Bann, das Gelände ist Eigentum des Grünbacher Hofes. Die Gemeinde Mimbach erwirbt später das Gelände mit der Verpflichtung, den Weg zum Grünbacher Hof zu unterhalten.

 

 

1913

Festsetzung der Tageslöhne in der Gemeinde Mimbach:

 

Männliche Arbeiter

Weibliche Arbeiter

 

unter 16 Jahre

1.80  Mark

1.00 Mark

von 16-18 Jahren

2.50  Mark

1.30 Mark

über 21 Jahre

3.00  Mark

1.60 Mark

1914/18

1. Weltkrieg: Rohstoff- und Lebensmittelknappheit führen zu Mangelerscheinungen mit Rationierung von Lebensmitteln. Auf den abgeernteten Feldern werden Ähren gelesen, Kartoffeln gestoppelt, aus Bucheckern wird Speiseöl gewonnen, Eicheln werden geröstet und dann als Kaffee-Ersatz verwendet. 1917 werden die Kirchenglocken eingeschmolzen. Im gleichen Jahr fordert eine Typhusepidemie mehrere Todesopfer. Mimbach hat 22 Gefallene, 6 Vermißte und 2 Ziviltote zu beklagen.

 

 

 

Nach dem Waffenstillstand vom 11.11.1918 räumen deutsche Truppen die besetzten Gebiete und das linke Rheinufer. Ende 1918 besetzen französische Truppen den Bliesgau. Das sogenannte Saarbecken wird einer Militärverwaltung unterstellt.

 

 

1919

Der Versailler Vertrag bestimmt die Loslösung des Saarbeckens aus dem Deutschen Reich auf die Dauer von 15 Jahren unter einer Völkerbundsver-waltung. Da der Grenzverlauf nur vage angedeutet ist, legt eine deutsch-allierte Kommission den Verlauf der Grenze im einzelnen fest.. Sie verläuft quer durch den Bezirk Zweibrücken und bezieht die Gemeinden des Bliestals und der Parr in das Saargebiet, wie das Saarrevier bald offiziell heißen wird, ein. Mimbach wird aus dem Bezirksamt Zweibrücken ausgegliedert und dem Bezirksamt Homburg zugeteilt. Damit endet die jahrhundertelange politische und verwal-tungsmäßige Bindung an Zweibrücken.

 

 

Äußere Zeichen der Abtrennung sind die neuen Grenzsteine mit den Zeichen D für Deutschland und S für Saargebiet, die man auch heute noch auf der Wattweiler Höhe und im Grünbacher Wald sehen kann.

 

Die kirchliche Bindung an das Dekanat Zweibrücken bleibt dagegen bestehen, Wattweiler gehört auch weiterhin zur Pfarrei Mimbach.

 

Lehrer Fritz Christian wird der Schule als zweiter Lehrer beigegeben.

 

Die Einwohnerzahl beträgt 591.

 

 

1920

Im Januar treten die Bestimmungen des Versailler Vertrags in Kraft, die Militärverwaltung wird durch eine Regierungskommission aus Vertretern verschie-dener Staaten abgelöst. Währungseinheit bleibt bis zum 1. Juli zunächst noch die Mark. Vom 1. Juli 1920 bis zum 1. Juni 1923 sind im Saargebiet zwei Währungen gültig: die inflationsgefährdete Mark und der französische Franken. Die Beschäftigten der in den Besitz des französischen Staates übergangenen Saargruben werden in Franken entlohnt. Ein Antrag, die Beamtengehälter ebenfalls in Franken auszuzahlen, wird vom Gemeinderat1921 abgelehnt.

 

Französische Zollbeamte werden in Mimbach stationiert, sie haben die auf dem Winterberg verlaufende Grenze zu überwachen. Im Grünbacher Tal bauen sie eine Notunterkunft, für die Mimbacher es Franzoseheisje. Im Laufe der Zeit entwickelt sich eine lebhafte Kleinschmuggeltätigkeit in beiderlei Richtung, von den Ausführenden nicht als Vergehen, sondern mehr als Sport betrachtet.

 

 

1921

Die Gemeinde verpachtet dem neu gegründeten Fußballverein Mimbach einen Sportplatz, gelegen etwa auf den Grundstücken der heutigen Kaufmärkte ALDI und Neukauf.

 

Die Mimbacher Mühle liefert Strom an die Gemeinde Mimbach.

 

Die Gedenkstätte für die Gefallenen und Vermißten des ersten Weltkrieges wird eingeweiht.

 

 

1922

Die Pfalzwerke errichten das Ortsnetz Mimbach, alle Haushalte werden an das Stromnetz angeschlossen.

 

 

1923

Ab 1.1.1923 werden die Beamtengehälter in Franken ausgezahlt. Das Bürgermeisteramt erhält ein eigenes Telefon. Die Gemeinde kauft das Ortsnetz von den Pfalzwerken. Pfarrer Ludwig Lugenbiehl übernimmt als Nachfolger von Pfarrer Knecht die Pfarrei Mimbach.

 

 

1924

wird der EvangelischeKirchenchor gegründet.

 

 

1925

werden in Mimbach 680 Einwohner gezählt. wird das Saargebiet in das französische Zollgebiet eingegliedert, der Franken wird alleingültige Währung.

 

 

1926

Die Kirchengemeinde läßt als Ersatz für die im ersten Weltkrieg abgegebenen Glocken drei neue Glocken gießen.

 

 

1927

Karl Stucky kommt nach der Pensionierung des Oberlehrers Seegmüller an die Mimbacher Schule. Lehrer Christian übernimmt die Oberklasse. Zur gleichen Zeit beginnt der Bau des neuen Schulhauses.

 

Auf dem Knopf werden Zollhäuser in der heutigen Neustraße erbaut; im Volksmund ist diese Straße immer noch die  Zollstroß.

 

 

1928

Das neue Schulgebäude in der Dorfmitte ist bezugsfertig. Es enthält neben zwei Sälen eine Lehrerwohnung. Der Gemeinderat beschließt in seiner Sitzung am 28.2. nach vorangegangener Abstimmung der Feuerwehrleute, daß die Pflichtfeuerwehr beibehalten wird.

 

 

 

1929

Der Gemeinderat setzt eine innerörtliche Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h fest.

 

 

 

 

 

 

1930

Nach dem Bau der Molkerei Webenheim wird in Mimbach eine Milchlieferungs-genossenschaft gegründet.

 

 

 

 

 

 

1931

Lehrer Christian wird als Konrektor nach St. Ingbert versetzt,. Lehrer Stucky übernimmt die Oberstufe. Als zweiter Lehrer kommt Adolf Hofmann an die

 

Schule und unterrichtet die Unterstufe bis zum Kriegsausbruch.

 

 

 

1933

Machtergreifung Hitlers: Die Gemeinde Mimbach verleiht Hindenburg und Hitler die Ehrenbürgerschaft.

Die Treuekundgebung für eine deutsche Saar am Niederwalddenkmal wird von vielen Mimbachern besucht.

 

 

 

 

1934

Der Gemeinderat beschließt den Bau eines Badeweihers mit Schwimmbad, der durch den Schelmenbach gespeist wird. Das Schwimmbad wird im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme erstellt. Infolge der äußerst geringen Niederschläge ist die für die gemeindliche Wasserleitung gefaßte Quelle vollständig versiegt. Die Quelle im Waschhaus muß vorübergehend die Versorgung mit Brauch- und Trinkwasser übernehmen. Um die Wasserversorgung schnellstens sichern zu können, soll das Wasser des Exborns mittels eines Pumpwerkes in den Hochbehälter gepumpt werden. Zur Finanzierung dieser Maßnahme nimmt die Gemeinde ein Darlehen  in Höhe von 40 000 Franken auf. (1 ffr gleich dem Preise von 0,05895 Gramm Feingold

Der Gemeinderat beschließt schließlich noch die Modernisierung der Bezirksstraße mit Ausbau der Bürgersteige. Der erste Bauabschnitt, etwa ab heutige Poststelle bis zum Ortausgang Richtung Webenheim, wird ausgeführt.

 

 

 

 

1934

Gründung der Deutschen Front, einer „Saarländischen Eidgenossenschaft derer, die sich lossagen von allem Parteilichen und bereit sind, sich im Rahmen des gesetzlich Erlaubten für die Rückgliederung zum Reich einzusetzen“.

Viele Mimbacher nehmen an den Treuekundgebungen in Zweibrücken am 6. Mai - Tag der Saar - und auf dem Ehrenbreitstein am 26. August teil.

 

 

 

 

1935

Unter internationaler Überwachung, der Vorsitzende des Mimbacher Abstim-mungsausschusses ist ein Luxemburger, findet am 13. Januar 1935 die Saarabstimmung statt. Jeder muß dort abstimmen, wo er am Stichtag des Jahres 1920 gewohnt hat. Die Auszählung der Stimmen wird zentral im Ev. Gemeindehaus in Saarbrücken, der Wartburg, vorgenommen.

In Mimbach stimmen 490 Wahlberechtigte, das sind 99,19%, für die Rückgliederung, 4 das entspricht 0,81 % sprechen sich für den Status quo aus. Damit hat Mimbach, was das Votum für Deutschland betrifft, das beste Abstimmungsergebnis im Saargebiet erzielt. Die Berliner Illustrierte bringt einen Artikel über die Abstimmung in Mimbach mit dem Bild eines Dank-gottesdienstes, der in Wirklichkeit nie stattgefunden hat. Der Bildreporter hat einfach einige Dorfbewohner in der Kirche bildwirksam postiert und das Ganze als Dankgottesdienst der Zeitschrift verkauft.

Der Gemeinderat bewilligt zur Rückgliederungsfeier am 1. März 1935 einen Betrag von 4000 Franken. Am 18. Februar 1935 beginnt der Umtausch des französischen Frankens in Reichsmark zum Kurs von 6 Franken gleich eine Reichsmark.

 

 

 

 

Die offizielle Eingliederung  des Saargebiets  in das  Deutsche Reich findet am 1. März 1935 statt. Mimbach feiert sie mit Musik und Tanz.

Nach der Rückgliederung gehört Mimbach weiterhin zum Bezirk Homburg, die alten Bindungen an das Land Bayern sind mit der Gleichschaltung der Länder gelöst, schließlich gehen die ehemals bayrischen Bezirke im Gau Westmark auf. Alsbald werden auch hier die NS-Organisationen, die bisher z.T. im Untergrund gearbeitet haben, offiziell gegründet.

Unter Leitung des Kreisleiters der NSDAP tritt am 26.8.1935 der neu berufene Gemeinderat von Mimbach zu seiner ersten Sitzung zusammen. Zum Bürgermeister wird Friedrich Ludwig Schwarz bestimmt, Beigeordnete werden Adolf Weber und Friedrich August Schwartz. Im November gibt der Bürgermeister den Beschluß des Bezirksrates Homburg bezüglich einer Umgehungsstraße bei Mimbach bekannt. Der Gemeinderat unterstützt den Vorschlag, gibt aber dem Ausbau der Ortsstraße den Vorzug.

 

 

 

 

 

1936

Gründung einer Dreschgenossenschaft Im Schuljahr 1937/38 wird  die bisher siebenklassige Volksschule um ein  achtes Jahr erweitert.  Der Neukahlenberger Hof wird errichtet.

 

 

 

 

 

1937

Mit dem Schuljahr 1937/38 wird die bisherige Protestantische Volksschule in eine Gemeinschaftsschule umgewandelt. Erste Manöver der Wehrmacht in unserem Gebiet

 

 

 

 

1938

Die Gemeinde beschließt den Bau des Faselstalles.

Bau des Westwalles: Zunächst werden in Mimbach Einheiten der Wehrmacht einquartiert, die beim Westwallbau eingesetzt sind. Später kommen Westwall-arbeiter, die privat oder in Massenquartieren untergebracht sind. So muß 1938 die Kirmestanzmusik ausfallen, weil alle Säle belegt sind. Mimbach wird für einige zur zweiten Heimat, sie heiraten und bleiben hier.

Die Sudetenkrise verursacht in der Grenzregion starke Verunsicherung.