Weihnachts- und Neujahrsgrüße 2010

Weihnachts- und Neujahrsgrüße 2010


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,


in wenigen Tagen schon schreiben wir das Jahr 2011. Eine neue Jahreszahl, ein neuer Kalender, ein neues Jahrzehnt – immer wieder überkommt einen das Gefühl, dass in einem Jahreswechsel der Reiz des Neuen liegt. Die Hoffnung und Freude auf neue Chancen, neue Erlebnisse, neue Begegnungen aber auch neue Erkenntnisse. Und dennoch wissen wir alle, dass ein solcher Jahrswechsel keinen Bruch oder bedeutende Änderung in unserem Leben darstellen wird.

Doch die Perspektive die Dinge neu in die Hand nehmen zu können, gibt uns die Zuversicht, neue Erwartungen und Lichtblicke aber auch Blickwinkel für unser künftiges Handeln zu finden. Und gerade diese Zuversicht brauchen wir, um auch in beängstigenden Situationen das Gefühl für das Wesentliche nicht zu verlieren und unseren eingeschlagenen Weg in die richtige Richtung zu lenken. Wir schauen in diesen Tagen aber auch auf Weihnachten, blicken auf die Weihnachtsbotschaft und erinnern uns an die Weihnachtsgeschichte, die sich vor über zweitausend Jahren in Bethlehem zugetragen hat. Diese Geschichte hat die ganze Welt, hat die Menschheit und auch unser Zusammen-leben stark beeinflusst. Die mit der Weihnachtsbotschaft verkündete christliche Nächstenliebe ist Maßstab unseres Handelns. Unser Gemeinwesen, insbesondere die Schwächeren unserer Gesellschaft, die Alten und Kranken sind angewiesen auf Uneigennutz und Hilfsbereitschaft Aller. Die Achtung vor dem Mitmenschen und die Bereitschaft zu helfen, schafft ein Klima der sozialen Wärme und der Menschlichkeit. Dabei geht es um Werte die unsere Welt lebenswerter, die sie heller machen. Wir alle erleben jedoch tagtäglich, dass wir nicht in einer heilen Welt leben. Viele sprechen dies aus, wenn sie von Kälte in unserer Gesellschaft reden, von nur noch Interessegeleitetem Handeln und von Ich-Bezogenheit.

Aber das ist nicht die ganze Wahrheit. Es gibt auch das andere: das mitmenschliche Handeln. Die Erfahrung eines Miteinanders, die Verantwortung für andere. Überall, wo dies zum Tragen kommt erleben wir Lichtblicke. Auch in unserer Gemeinde gibt es viele Menschen, die sich verantwortlich fühlen für ihr Umfeld, die sich für andere engagieren. Sie werden aktiv und arbeiten mit in verschiedenen Vereinen und Verbänden. Sie tun das, was sie können, damit unsere Gesellschaft ihre hellen Seiten behält und stärkt. Allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich in unseren Vereinen und kirchlichen Institutionen für lohnende Ziele, sei es auf karitativem, kulturellem oder sportlichem Gebiet einsetzen und viel Freizeit dafür opfern, sei herzlich gedankt. Unser dörfliches Leben wird durch diesen ehrenamtlichen Einsatz sehr stark geprägt und zwar im positiven Sinn. Mitmenschlichkeit, ein Engagement für das Gemeinwohl, sie machen unser Leben wärmer und reicher. Sie können nicht verordnet werden, sie basieren allein auf eigenen Entscheidungen, auf freiwilligem Tun. Umso erfreulicher ist es, dass viele Menschen bürgerschaftliche Verantwortung empfinden und praktisch umsetzen. Sie tun das gern; sie machen es aus vielerlei Gründen, aus humanen, politischen oder christlichen Motiven heraus. Und im Kern entspricht ihr Tun dem, was uns auch die Weihnachtsbotschaft zu verkünden hat. Sie setzen ein Zeichen der Hoffnung.


In diesem Sinn wünsche ich Ihnen allen und Ihren Familien zum bevorstehenden Weihnachtsfest harmonische, besinnliche Stunden und für das Jahr 2011 Glück und Gesundheit. Mögen sich viele Ihrer persönlichen Wünsche im neuen Jahr erfüllen.

Für manche von Ihnen wird Weihnachten anders sein als in den letzten Jahren, weil sie einen geliebten Menschen verloren haben, eine schwere Krankheit, ein Gebrechen oder vielleicht sogar der Verlust des Arbeitsplatzes das Leben total verändert hat. Ihnen möchte ich mein ganzes Mitgefühl aussprechen, in der Hoffnung, dass Ihnen Weihnachten dennoch seinen Sinn und Geist offenbart.


Obwohl zu den bevorstehenden Festtagen bereits alles gesagt ist, gelingt es manchen Menschen immer wieder, in dieser Gefühlsschwankenden Zeit neue Akzente zu setzen. So schrieb der vor fünf Jahren verstorbene Hanns Dieter Hüsch einen Psalm zu Weihnachten, in welchem er die Weihnachtsbotschaft in Worten unserer modernen Zeit sichtbar werden lässt.


Ich setze auf die Liebe
Das ist das Thema
Den Hass aus der Welt zu entfernen
Bis wir bereit sind zu lernen
Dass Macht Gewalt Rache und Sieg
Nichts anderes bedeuten als ewiger Krieg
Auf Erden und dann auf den Sternen.


Ich setze auf die Liebe
Wenn Sturm mich in die Knie zwingt
Und Angst in meinen Schläfen buchstabiert
Ein dunkler Abend mir die Sinne trübt
Ein Freund im anderen Lager singt
Ein junger Mensch den Kopf verliert
Ein alter Mensch den Abschied übt.

Ich setze auf die Liebe
Das ist das Thema
Den Hass aus der Welt zu vertreiben
Ihn immer neu zu beschreiben
Die einen sagen es läge am Geld
Die anderen sagen es wäre die Welt
Sie läg in den falschen Händen.

Jeder weiß besser woran es liegt
Doch es hat noch keiner den Hass besiegt
Ohne ihn selbst zu beenden
Er kann mir sagen was er will
Und kann mir singen wie er's meint
Und mir erklären was er muss
Und mir begründen wie er's braucht
Ich setze auf die Liebe! Schluss!

Gott schütze Euch
Gott schütze und befreie uns

Gehen wir daher mit Hoffnung und Zuversicht in das kommende Jahr

Ihr Ortsvorsteher

Gerd Weinland