Musik & Spiel zur Weihnachtszeit am 18.12.2010 - Bericht

Mit „Musik & Spiel“ bedankte sich auch 2010 der Musikverein „Frohsinn“ Mimbach bei seinen Mitgliedern und allen Freunden der Blasmusik, die trotz Kälte, Eis und Schnee zahlreich am 4. Adventsamstag in die Bliesgaufesthalle kamen.
Zur Begrüßung unternahm das Schülerorchester unter der Leitung von Julia Halter mit der „Promenade“ von Brian Connery einen musikalisch reizvollen Spaziergang und präsentierte eindrucksvoll, zu welchen Leistungen bereits das „kleinste“ Orchester fähig ist.

Nach der "Sugar Creek Saga" hatten dann die allerjüngsten Musiker ihren ersten großen Auftritt vor einem so großen Publikum: Lena Bauer, Jonathan Gutapfel, Marius Heisler und André Schmidt zeigten, was sie im vergangenen Jahr in der musikalischen Früherziehung erlernt haben.
Für die richtigen Blockflötentöne sorgt seit den Sommerferien Jasmin Schaeffer, die Annette Blumenauer, deren Verdienste im Verein Volkmar Klein in seiner Laudatio würdigte, nach über 6 Jahren Flötenunterricht ablöst.

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Blockflötengruppe: Marius Heisler, André Schmidt, Jasmin Schaeffer, Lena Bauer, Jonathan Gutapfel (v.l.n.r.)


Mit “Procession of the Centuri“ von Douglas Court meldete sich dann das Jugendorchester gebührend zu Gehör. Was alles Julia Halter mit ihren Musikern zu leisten vermag, erkannten die Zuhörer bei der „Golden Dragon Overture“ und „Nurock“, mit denen diese Formation an den Wertungsspielen des Bund Saarländischer Musikvereine (BSM) im November mit gutem Erfolg teilgenommen hat. Das Musizieren auf hohem Niveau ist nur deshalb möglich, weil der Mimbacher Musikverein seit über 40 Jahren eine intensive Jugendarbeit betreibt, die Musiker fordert, aber auch fördert. Ein Beispiel hierfür ist die erfolgreiche Teilnahme von Franziska Forsch und Michelle Weingart am D1-Lehrgang des BSM, wofür beide mit Urkunde und Anstecknadel ausgezeichnet wurden.

Wie weit die Ausbildungsmöglichkeiten beim BSM gehen, erläuterte Andrea Weinland in ihrer Ansage bei der Vorstellung des neuen Dirigenten des Großen Blasorchesters: Daniel Peters entdeckte seine Liebe zur Musik bei Karl-Heinz Linn in der Früherziehung beim MV Rohrbach, lernte Horn und erlangte schließlich nach erfolgreicher C3-Prüfung die Lizenz als Dirigent.

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Dirigent des Großen Blasorchesters: Daniel Peters
 

Nach den Ferien übernahm er den Taktstock von Kreisdirigent Jürgen Nisius, der aus beruflichen Gründen seine Tätigkeit bereits nach kurzer Zeit in Mimbach aufgeben musste. Nicht nur ihm sondern auch dem Publikum gefiel das abwechslungsreiche Programm, welches Daniel Peters in der kurzen Zeit mit den Musikern einstudiert hat.
Musikalischer Höhepunkt war zweifelsohne „The New Village“, in welchem Komponist Kees Vlak mit gekonnter Tonmalerei die Entstehung und Entwicklung eines Dorfes vom ersten Spatenstich bis zum funktionierenden Gemeinwesen beschreibt. Ganz nach dem Geschmack der Zuhörer war auch die Filmmusik zum Westernklassiker „Die Glorreichen Sieben“ in einem Arrangement von Roland Smeets. Spätestens bei „O du fröhliche“, welches das Große Blasorchester zusammen mit dem Jugendorchester sehr feierlich intonierte, war klar, dass Daniel Peters ein hervorragender Einstand gelungen ist und man schon jetzt Lust auf die kommenden Konzerte verspürt!

Sehr lustig ging es auch im letzten Programmteil des Abends zu. Dem Vereinsnamen „Frohsinn“ machte auch in diesem Jahr wieder die Theatergruppe alle Ehren. Der Einakter „Spuk bei Ruffers“ von Werner Harsch zeigte eindrucksvoll, dass bei übertrieben praktizierter Emanzipation im Familienleben der Schuss auch einmal nach hinten losgehen kann. Mit zu gesund zubereitetem Gemüse und Abstinenz verlangt Else Ruffer (Julia Reischmann) eindeutig zu viel von ihrem Ehemann Gustav (Bühnenpremiere für Jonas Becker) und von Opa, der aus Frust einmal allzu tief ins Glas schauend auf diesen Missstand hindeuten will. (klasse gespielt von Kristina Tholl, die kurzfristig innerhalb von nur 2 Tagen (!!) den krankheitsbedingten Ausfall eines Akteurs kompensierte). Die „Geister“, die er trank und rief, treiben bis zu seiner Ausnüchterung sowohl die Nachbarin Frau Schulze (Anja Jung) als auch seine Familie fast in den Wahnsinn. Nur dem trotteligen Amtsboten Blümchen (Theaterleiter Eric Moschel) und Enkelin Sabine (Sarah Oesch) gelingt es schließlich, den Familienfriede wieder pünktlich zu Weihnachten herzustellen. (vk)